Erfahrungsberichte 2026

Polnische Pflegekräfte: Was Familien wirklich erleben

Montagmorgen, 7 Uhr: Ihre Mutter sitzt am Frühstückstisch, während die Betreuungskraft Kaffee kocht und die Medikamente richtet. So sieht der Alltag mit einer polnischen Pflegekraft aus -- wenn es gut läuft. Und wenn nicht? Die Erfahrungen mit polnischen Pflegekräften sind vielfältig -- auch dazu finden Sie hier konkrete Berichte aus Berlin.

Fakten & Zahlen
Zufriedenheitsrate 96%
Durchschnittliche Bewertung 4.6 / 5
Kosten ab 2.410 EUR/Monat
Vermittlung in 3-7 Tagen

Warum ausgerechnet eine polnische Betreuungskraft?

"Warum eigentlich ausgerechnet aus Polen?" Diese Frage höre ich in fast jedem Erstgespräch. Grob geschätzt kommen 8 von 10 Betreuungskräften in der 24-Stunden-Pflege aus Polen. Und nein, der Hauptgrund ist nicht der Preis. Berlin-Warschau: 6 Stunden mit dem Bus. Dazu kommen die Sprachkenntnisse und die Nähe der Kulturen. Letzteres klingt abstrakt -- im Alltag macht es einen riesigen Unterschied.

Mehrgenerationen-Kultur

In vielen polnischen Familien leben Großeltern im Haushalt. Die Betreuungskräfte kennen das Zusammenleben mit älteren Menschen aus eigener Erfahrung.

Vorhandene Deutschkenntnisse

Deutsch ist in Polen die am häufigsten gelernte Fremdsprache nach Englisch. Die Kräfte, die ich vermittle, bringen mindestens B1-Niveau mit -- genug für den Alltag und Arztbesuche.

Kurze Anreise

Berlin-Warschau: 6 Stunden mit dem Bus, 1 Stunde mit dem Flugzeug. Bei Personalwechsel oder Notfällen ist die Ersatzkraft schnell vor Ort -- anders als bei Kräften aus Rumänien oder Bulgarien.

Ab 2.410 EUR/Monat all-inclusive

Im Preis sind Gehalt, Sozialabgaben, An- und Abreise enthalten. Ein Pflegeheimplatz in Berlin kostet im Schnitt 2.800-4.200 EUR Eigenanteil -- bei deutlich weniger individueller Zuwendung.

Was im Alltag gut funktioniert

Ich frage bei meinen Familien regelmäßig nach, wie es läuft. Hier die Dinge, die am häufigsten positiv erwähnt werden -- von Familien, die mindestens 6 Monate dabei sind.

Beziehung statt nur Dienstleistung

Viele Betreuungskräfte bauen über die Wochen eine echte Beziehung auf. Frau K. aus Charlottenburg erzählt: "Mein Vater freut sich, wenn Bożena aus dem Urlaub zurückkommt. Er hat ihr Foto auf dem Nachttisch." Das passiert nicht bei jeder Vermittlung -- aber häufiger, als Sie vielleicht denken.

Gemeinsam kochen und essen

Ein Pluspunkt, den Familien überraschend oft nennen: Polnische Betreuungskräfte kochen gerne frisch -- Pierogi, Bigos, aber auch Kartoffelsuppe und Rouladen. Herr M. aus Steglitz hat 3 Kilo zugenommen, seit seine Betreuungskraft da ist. Seine Tochter sagt: "Das erste Mal seit Jahren isst er regelmäßig warme Mahlzeiten."

Struktur im Tagesablauf

Morgens aufstehen, Frühstück, Medikamente, ein kurzer Spaziergang zum Bäcker, Mittagessen, Mittagsruhe -- viele Betreuungskräfte bringen eine feste Tagesstruktur mit. Für alleinlebende Senioren, die vorher den Tag auf dem Sofa verbracht haben, ist das oft der größte Gewinn.

Kulturelle Überschneidungen

Weihnachten mit Karpfen, Ostern mit gefärbten Eiern, sonntags Kuchen -- die Traditionen ähneln sich. Das klingt banal, macht aber im Zusammenleben einen echten Unterschied. Weniger Erklärungsbedarf, weniger Irritation bei Gewohnheiten und Tagesrhythmen.

Erfahrungsberichte von Familien aus Berlin

Familie B. aus Berlin-Spandau
Vater (84), Pflegegrad 3, Diabetes und eingeschränkte Mobilität

"Papa ist dreimal in drei Wochen gestürzt. Der Rettungsdienst kannte schon die Adresse. Wir mussten etwas ändern, schnell. An eine polnische Pflegekraft hatten wir zunächst nicht gedacht -- aber Frau Reblitz hat uns die Möglichkeiten erklärt, und nach einer Woche stand Ewa vor der Tür."

"Ewa misst morgens und abends den Blutzucker, kocht ohne Zucker (Papa hat das anfangs nicht so lustig gefunden), und geht mit ihm jeden Nachmittag eine Runde um den Block in Spandau. Nach 10 Monaten hat sein Hausarzt gesagt, die Werte seien besser als seit Jahren."

"Es war nicht alles sofort perfekt. Beim Apotheken-Rezept gab es ein Missverständnis, weil Ewa 'Retard-Tabletten' nicht kannte. Seitdem hat sie ein Heft mit medizinischen Begriffen. Bei jeder Verordnung schlagen wir zusammen nach. Das funktioniert."

Claudia B., 50, Tochter
Familie W. aus Berlin-Lichtenberg
Mutter (79), Pflegegrad 4, fortgeschrittene Demenz

"Mama hat Pflegegrad 4 und erkennt mich an manchen Tagen nicht. Die erste Betreuungskraft hat nach 10 Tagen aufgehört. Nicht, weil sie schlecht war -- sie war mit der Demenz schlicht überfordert. Nachts um drei aufstehen, weil Mama die Wohnung verlassen will, das hält nicht jeder aus."

"Frau Reblitz hat dann Jolanta vermittelt -- 7 Jahre Erfahrung mit Demenz. Der Unterschied war ab Tag 1 sichtbar. Wenn Mama um 4 Uhr morgens ihre Handtasche packt, weil sie 'zur Arbeit muss', sagt Jolanta ruhig: 'Heute ist Feiertag, Frau W.' Und Mama legt sich wieder hin."

"Was ich gelernt habe: Sagen Sie genau, was los ist. Nicht 'leichte Vergesslichkeit', wenn Ihre Mutter nachts die Herdplatten anstellt. Je ehrlicher die Beschreibung, desto besser die Vermittlung. Der erste Versuch muss nicht klappen -- aber dann brauchen Sie eine Agentur, die in 5 Tagen Ersatz stellt."

Michael W., 56, Sohn
Familie H. aus Berlin-Tempelhof
Mutter (88), Pflegegrad 3, nach Hüft-OP und allgemeine Altersschwäche

"Mama hat zwei Wochen lang gesagt: 'Ich brauche keine Fremde im Haus.' Dann kam Dorota, hat ihre Schuhe ausgezogen, sich an den Küchentisch gesetzt und gefragt, wo die Kaffeedose steht. Am dritten Tag haben die beiden zusammen den Balkon bepflanzt."

"Dorota hat gemerkt, dass Mama gerne Schlager hört -- jetzt singen die beiden beim Kartoffelschälen. Dorota kann inzwischen den Text von 'Griechischer Wein' auswendig. Mama lacht mehr als in den letzten zwei Jahren. Das sage ich nicht aus Höflichkeit, das stimmt wirklich."

"Der Wechsel alle 3 Monate war meine größte Sorge. Beim ersten Mal hat Mama tatsächlich geweint. Aber Dorota und ihre Ablösung Beata telefonieren miteinander und tauschen Notizen über Mamas Gewohnheiten aus. Inzwischen fragt Mama am Ende von Beatas Schicht: 'Wann kommt denn die Dorota wieder?' -- nicht mehr panisch, sondern wie man nach einer Freundin fragt."

Karin H., 60, Tochter

Was schiefgehen kann -- und was dann hilft

Ich finde, Sie haben ein Recht darauf, das vorher zu wissen. Nicht jede Vermittlung läuft perfekt, und wer Ihnen das verspricht, lügt. Diese vier Probleme sehe ich am häufigsten -- und für jedes habe ich inzwischen eine Lösung parat.

Sprachbarrieren

B1-Deutsch reicht für "Guten Morgen" und "Nehmen Sie die blaue Tablette". Aber wenn der Kardiologe vom "Vorhofflimmern" spricht oder Ihr Vater Berliner Dialekt redet, wird es schwierig. Bei Notrufen kann jede Sekunde zählen.

Lösung

Legen Sie ein Heft mit den 20 wichtigsten Medikamenten-Namen, Diagnosen und Notfallnummern an. Hängen Sie die Notruf-Anleitung auf Deutsch und Polnisch an den Kühlschrank. Bei marta sehen Sie das Sprachniveau im Profil und können vorab per Video sprechen.

Heimweh der Pflegekraft

Darüber spricht kaum jemand: Die Betreuungskraft ist 2-3 Monate am Stück weg von ihren eigenen Kindern, ihrem Partner, ihrem Leben. Nach 4-5 Wochen merken Familien manchmal, dass die Kraft stiller wird, weniger Initiative zeigt. Eine Familie rief mich an: "Ist sie unzufrieden mit uns?" Nein, war sie nicht. Das war Heimweh. Punkt.

Lösung

Feste Rotationszyklen von 8-12 Wochen sind der Standard -- nicht länger. Geben Sie der Betreuungskraft abends 1-2 Stunden Privatzeit mit WLAN für Videocalls nach Hause. Ein eigenes Zimmer mit Tür, die man abschließen kann, ist keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Kulturelle Unterschiede

Ihre Mutter isst um 12 Uhr Mittag, die Betreuungskraft ist 14-Uhr-Esserin. Oder: Die Kraft putzt jeden Tag gründlich, Ihr Vater sagt: "Hör auf, meine Sachen anzufassen." Klingt harmlos. Aber nach drei Wochen sind solche Kleinigkeiten ein Pulverfass. Das habe ich schon erlebt.

Lösung

Schreiben Sie am ersten Tag einen Tagesplan: Aufstehzeit, Essenszeiten, wann welche Medikamente, wann Mittagsruhe. Notieren Sie auch Eigenheiten ("Papa mag es nicht, wenn man sein Bücherregal umräumt"). Je konkreter der Plan, desto weniger Reibung in Woche 2 und 3.

Personalwechsel

Alle 2-3 Monate kommt eine neue Person. Ihr Angehöriger muss sich wieder an ein anderes Gesicht, eine andere Stimme, einen anderen Kochstil gewöhnen. Gerade bei Demenz kann das zu tagelanger Unruhe führen.

Lösung

Bestehen Sie auf maximal 2 feste Wechselkräfte, die sich abwechseln -- keine Zufallsvermittlung. Erstellen Sie ein Übergabeblatt: Medikamente, Tagesablauf, Eigenheiten, aktuelle Arzttermine. Die beiden Kräfte sollten sich kennen und vor jedem Wechsel 15 Minuten telefonieren.

5 Tipps für eine gute Zusammenarbeit

1

Tagesplan schreiben, bevor die Kraft ankommt

Schreiben Sie auf einem DIN-A4-Blatt den Tagesablauf auf: 7:30 Aufstehen, 8:00 Frühstück, 8:30 Medikamente (blaue Dose im Kühlschrank), 10:00 Spaziergang wenn das Wetter es erlaubt. Notieren Sie auch, was Ihr Angehöriger nicht mag ("kein Fisch", "kein Radio beim Essen"). Das spart in der ersten Woche Dutzende Fragen und Missverständnisse.

2

Eigenes Zimmer mit Tür ist Pflicht, nicht Kür

Die Betreuungskraft ist 2-3 Monate ununterbrochen in Ihrem Haushalt. Sie braucht ein eigenes Zimmer mit Bett, Schrank und WLAN -- und eine Tür, die sie abends zumachen kann. Kein Durchgangszimmer, kein Sofa im Wohnzimmer. Familien, die das von Anfang an richtig machen, haben deutlich weniger Personalwechsel.

3

Einmal pro Woche 10 Minuten reden

Setzen Sie sich sonntags mit der Betreuungskraft hin: Was lief gut? Was nervt? Braucht sie etwas? Gibt es Veränderungen beim Gesundheitszustand? Sprechen Sie Probleme an, bevor sich Frust aufbaut. Wenn die Verständigung hakt, rufen Sie mich an -- ich dolmetsche notfalls per Telefon.

4

2 Stunden Pause am Tag sind kein Luxus

Kein Mensch kann 24 Stunden am Tag arbeiten -- das ist weder legal noch zumutbar. Planen Sie täglich mindestens 2 Stunden freie Zeit ein und einen ganzen Nachmittag pro Woche. In dieser Zeit muss ein Angehöriger oder ein Nachbar einspringen. Eine ausgeruhte Betreuungskraft bleibt geduldiger, aufmerksamer und bleibt länger.

5

Sie lebt bei Ihnen -- behandeln Sie sie auch so

Die Betreuungskraft ist keine Dienstleisterin, die abends nach Hause geht. Sie lebt monatelang unter Ihrem Dach. Laden Sie sie zum Sonntagskaffee ein, fragen Sie, wie es ihrer Familie in Polen geht, feiern Sie ihren Namenstag (in Polen wichtiger als der Geburtstag). Das klingt nach Kleinigkeiten -- aber genau daran entscheidet sich, ob die Kraft gerne bleibt oder nach 6 Wochen den Wechsel verlangt.

Häufige Fragen zu polnischen Pflegekräften

Wie sind die Erfahrungen mit polnischen Pflegekräften generell?

Die meisten Familien berichten Positives -- aber nicht alles klappt auf Anhieb. Typisch ist eine Eingewöhnungsphase von 1-2 Wochen, in der sich beide Seiten anpassen. Danach funktioniert das Zusammenleben bei über 90 % der Einsätze gut. Die kulturelle Nähe zwischen Deutschland und Polen hilft dabei: Ähnliche Essgewohnheiten, geteilte Feiertage und oft vorhandene Deutschkenntnisse machen den Alltag leichter als mit Betreuungskräften aus weiter entfernten Ländern.

Sprechen polnische Pflegekräfte ausreichend Deutsch?

Das kommt auf die einzelne Person an. Bei marta vermittelte Kräfte haben mindestens B1-Niveau -- das reicht, um Arzttermine zu begleiten und den Tagesablauf zu besprechen. Für Fachbegriffe legen manche Betreuungskräfte ein eigenes Wörterbuch an. Wichtig: Sprechen Sie vor der Vermittlung per Video mit der Betreuungskraft. So merken Sie schnell, ob die Verständigung im Alltag funktioniert.

Was kostet eine polnische Pflegekraft pro Monat?

Im Entsendungsmodell zahlen Sie 2.410-3.000 EUR pro Monat. Im Preis sind Gehalt, Sozialversicherung, An- und Abreise und die Vermittlung enthalten. Nach Abzug von Pflegegeld (z. B. 622 EUR bei Pflegegrad 3) und Steuervorteilen liegt der Eigenanteil bei ca. 1.200-1.800 EUR. Die Kosten variieren je nach Sprachniveau und Erfahrung der Betreuungskraft.

Wie oft wechseln polnische Pflegekräfte?

Alle 2-3 Monate fährt die Betreuungskraft für einige Wochen zu ihrer eigenen Familie nach Polen. In dieser Zeit übernimmt eine Wechselkraft. Im besten Fall wechseln sich 2 feste Personen ab, die Ihren Angehörigen kennen. Ehrlich gesagt: Der erste Wechsel ist oft holprig. Aber wenn sich das Tandem eingespielt hat, läuft es meistens reibungslos.

Was tun bei Problemen mit der polnischen Pflegekraft?

Sprechen Sie Probleme früh an -- nicht erst nach Wochen. Ein ruhiges Gespräch am Küchentisch hilft oft mehr als eine formelle Beschwerde. Wenn sich die Situation nicht bessert, rufen Sie mich an. Ich organisiere einen kostenlosen Wechsel, meistens innerhalb von 3-7 Tagen. Nicht jede Betreuungskraft passt zu jeder Familie, und das ist kein Versagen.

Sie haben Fragen? Ich habe Antworten.

Roksana Reblitz, Ihre Ansprechpartnerin in Berlin. Ich sage Ihnen am Telefon ehrlich, ob eine polnische Betreuungskraft für Ihre Situation passt -- und wenn ja, welches Sprachniveau und welche Erfahrung Sie brauchen. Kostenlos, 15 Minuten.